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Jeder Vierte in Deutschland erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs. Zwar kann heute jeder zweite Krebskranke geheilt werden, doch zwei Drittel bis drei Viertel aller Krebsarten werden begünstigt durch den Konsum von Schadstoffen, wie z.B. Nikotin, oder durch eine ungesunde Lebensweise, wie z.B. zu große Nahrungsaufnahme bei zu wenig Bewegung bei vorwiegend sitzenden Tätigkeiten, und durch persönliche Unaufmerksamkeit, z.B. Nichtbeachtung von Warnzeichen wie „Entzündung“, „Blutung“ oder „Schwellung“,.
Den Krebs besiegen, heißt ihn bereits im Ansatz zu verhindern: die derzeit noch gesunden Mitbürger, vor allem aber unsere Kinder und Jugendliche stellen dabei das „wertvollste Potential“ in unserem Land dar ! Ihnen zu einer positiven und lebensbejahenden und damit krebsverhindernden Einstellung und Lebensweise zu verhelfen, heißt Ihnen persönliches Leid zu ersparen und hohe Kosten für unsere Gesellschaft zu vermeiden.
Die Aktion „Laufen für das Leben" im Rahmen des Onkotages ist daher ein wichtiger Ansatz, über die eigene Lebensweise nachzudenken und sie vielleicht auch motiviert durch andere auf eine neue gesündere Basis umzustellen.
• BEKÄMPFUNG von KREBS
Heutzutage gibt es 4 verschiedene Stufen der Vorbeugung vor Krebserkrankung bzw. der Bekämpfung von unmittelbaren und weiteren Folgen einer bestehenden Krebserkrankung:
• VORBEUGUNG von KREBS
Krebsvorbeugung im eigentlichen Sinn wird in unserer Gesellschaft nur unzureichend gefördert und ist in unserem persönlichen Bewusstsein kaum verankert. Deshalb hat die Weltgesundheitsorganisation WHO einige einfache Regeln und Merksätze aufgestellt, die wir in unserer jetzigen und künftigen Lebensführung beherzigen sollten. Neben vielen anderen Erkrankungen kann so die Zunahme von Krebserkrankungen verhindert werden.
• SPORT senkt RISIKEN
Sport in Form einer gemäßigten Ausdauerbelastung hat einen canceroprotektiven Effekt, d.h. das Risiko an bestimmten Krebsarten zu erkranken wird z.T. deutlich gesenkt. Dazu zählen vor allem Brust- und Darmkrebs, aber auch andere Krebsarten. Sport unterstützt auch die Krebsnachsorge, da das sportliche Ausdauertraining als Rehabilitationsmaßnahme die körpereigenen Abwehrkräfte positiv aktiviert, die psychische Befindlichkeit verbessert und auch die psychosoziale Integration („Sport in der Gruppe") fördert.
Jeder Mensch sollte eine Sportart wählen, die ihm persönlich Spaß macht, Einsicht in eine gesunde Lebensweise und Ernährung gibt und auch Erfolg vermittelt. Neben Schwimmen und Fahrradfahren stellt das Laufen die einfachste und ge¬sündeste Bewegungsform dar, die den gesamten Stoffwechsel unseres Organismus anregt. Regelmäßiger Ausdauersport kann im Körper „anti-inflammatorische" Effekte auslösen, die als Gegengewicht zu den „pro-inflammatorischen Faktoren" wirken, die bei der Entstehung von vielen Krebsarten eine wichtige Rolle spielen. Die aktivierte Muskulatur produziert z.B. verschiedene immunologische Botenstoffe, wie das Interleukin, die sich günstig auf den Zucker- und Fettstoffwechsel auswirken, die Gefäße schützen und sogar das körpereigene Immunsystem selbst stärken: Der Einsatz von Muskelarbeit vermehrt unser sonst nur 1,5 kg schweres Immunsystem !
Ausdauersport heißt neben dem Training muskulärer, physiologischee und immunologischer Faktoren auch die mentalen Abwehrkräfte zu stärken, um krankheitsfördernden Prozessen entgegenzuwirken. Antientzündliche Regulationsmechanismen bekommen dabei das Übergewicht, um proentzündliche Stressfaktoren im Gewebe auszugleichen und he¬runterzufahren. Mit dem Schweiß, den wir beim Sport vergießen, graben wir dem Krebs das Wasser ab! Deshalb: Nicht davonlaufen sondern für das Leben mitlaufen!
Ihr
Prof. Dr. med. M. Heinrich Seegenschmiedt
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